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Montag, 10. April 2017

Online-Coaching

Drei Familien ausgesucht. Ganz herzlichen Dank für die vielen Zuschriften zum Online-Coaching! Ich danke euch für die Bereitschaft, „Probanden“ zu sein und mich dabei zu unterstützen, ein Angebot für Online-Coaching-Angebot zu entwickeln. Und danke, dass ihr mir eure...
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Mittwoch, 9. November 2016

Und keiner irrt sich

Ganz herzlichen Dank für all die schönen Zitate, die ihr mir geschickt habt. Ich freue mich sehr über die Resonanz. Als ich diese Verlosung ausschrieb, hätte ich nicht gedacht, dass so viele Vorschläge kommen würden und es mir so schwer fallen würde, eine Entscheidung zu treffen.
Deshalb hier all...
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Dienstag, 26. April 2016

Ein schräges Selbstgespräch

Von Gewinnern und davon, wie die Haltungsfrage alle „Erziehungs“-Fragen löst.
Ich hätte ja gedacht, dass mehr Leser das kleine Buch „Trotzphase bei Kita-Kindern“ würden gewinnen wollen. Hat euch der Titel abgeschreckt? Innen drin ist es wie ein Juul-Buch, denn die Autoren ...
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Mittwoch, 13. Januar 2016

18 Fakten über (kleine) Männer

Jungs besser verstehen.

Der Anteil der Muskeln an der Gesamtkörpermasse ist bei Jungen fast doppelt so hoch wie bei  Mädchen. Deshalb brauchen Jungen ab etwa drei Jahren besonders viel Bewegung. Jeden Tag. Stundenlang. Wenn sie diese Möglichkeit nicht haben, geht es ihnen nicht gut. Kein Wun...
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Dienstag, 27. Oktober 2015

Großmutter gnadenlos und eine Gewinnerin

Diverses zwischendurch.
Als ich auf dem Markt vor dem Obststand warte, unterhalten sich hinter mir zwei Frauen – ich schätze- Anfang 60. „Du hast die Haare schön!“ – „Findest du? Die hat mir hinten ein Stufe reingeschnitten.“ – „Ja, das gibt V...
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Montag, 20. Juli 2015

Gewinn und Trost bei Frau Krähe

Ganz herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche und das Mitfreuen zum Erscheinen meines Buches! Ich bin ganz überwältigt von der Resonanz und freue mich riesig darüber.
Signiert? Widmung? Ups, da kommen Fragen auf mich zu, mit denen ich gar nicht gerechnet hätte. Ich werde mich dazu noch melden...
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Freitag, 30. Januar 2015

Glückliche Familie Nr. 266: Kinder stark lassen


Oma rief an und sagte, sie hätte schwere Beklemmungen gespürt, als sie las, wir wollten Prinzessin ins Ausland schicken. "Nicht jetzt wird sie gehen", beschwichtigte ich sie, "vielleicht im Sommer 2016."

"Gerade Prinzessin", meinte Oma weiter, "die ist doch so anlehnungsbedürftig." Und ihr sei eingefallen, dass Prinzessin das mit dem Ausland vielleicht nur gesagt hätte, weil Prinzessin wohlmöglich Angst vor dem Zeugnis habe.

Anlehnungsbedürftig? Angst vor dem Zeugnis? Jetzt spürte ich auch Beklemmungen. Ich schrieb hier ein paar Zeilen. Das half aber nicht und ich löschte alles wieder.

Mittags ging mir auf, dass ich - angesteckt von Omas aufrichtiger Sorge - begonnen hatte, mein Kind als schwach anzusehen.

Fühlte sie sich vielleicht weniger begabt, weil der große Bruder schulisch gerade so eine Erfolgssträhne hat?

Ich begann, mich zu sorgen, hatte Mitleid bei der Vorstellung, sie könne sich weniger wertvoll fühlen.

Beim Hack-Anbraten für das Zeugnis-Essen stand ich unterm Dunst-Abzug und es war, als hätte der nicht nur die fettige Dämpfe abgesaugt, sondern auch meine blöden Gedanken.

Weg damit! Mitleid für Prinzessin? Das passt überhaupt nicht. Wir sprechen hier über die Person, die richtig wütend wurde, als meine Schwester ihr beim Tischtennis-Rundlauf im Sommer leichte Bälle zuspielte, damit sie ihren Rückstand aufholen konnte. "Das hat mich tierisch aufgeregt", sagte sie mir später, "ich will keine Punkte geschenkt haben, ich will das selber schaffen." Sie fauchte und gewann die nächste Runde.

Wir sprechen von der Person, die sich Schleife-Binden und Radfahren selber beigebracht hat.

*

Wenn Mütter mehrere Kinder haben, kann es passieren, dass sie eines als schwächer ansehen als das andere oder die anderen. Häufig bleiben sie diesem Kind gegenüber bis weit ins Erwachsenenalter hinein nachgiebiger als den Geschwistern, was dem vermeintlich schwachen Kind nicht gut tut, weil diese Art von Unterstützung aus Mitleid es mehr und mehr in eine Opferrolle bringt.

Helfen kann hilfsbedürftig machen.

Häufig steckt dahinter ein oft unbewusstes Bedürfnis der Mutter oder auch des Vaters, sich unentbehrlich zu machen - manchmal sogar ein Leben lang.

Tief beeindruckt hat mich die Geschichte des körperbehinderten Christian Lohr, die ich in dem Buch "Die Kraft der Ermutigung" von Jürg Frick gelesen habe. Lohr war 1962 ohne Arme und mit missgebildeten Beinen auf die Welt gekommen, weil seiner Mutter in der Schwangerschaft ein Medikament aus der Contergan-Gruppe verschrieben worden war. Trotz seiner Einschränkungen machte er Abitur, studierte Volkswirtschaft, wurde Redakteur bei einer Tageszeitung, engagiert sich politisch und pflegt seine Hobbys Schwimmen, Reisen und Lesen.

"Christian Lohr spürte, dass die Eltern ihn sehr ernst nahmen und die gleichen Anforderungen an ihn stellten wie an den Bruder - er sich aber auch nicht mehr Freiheiten herausnehmen durfte als der Bruder. Zudem waren seine Eltern nicht ängstlich darauf bedacht, ihm möglichst alle Gefahren aus dem Weg zu räumen." (Jürg Frick: Die Kraft der Ermutigung. Grundlagen und Beispiele zur Hilfe und Selbsthilfe. Bern 2007, Seite 153)

Das Beispiel des körperbehinderten Journalisten, bei dem die Eltern offenbar die Kraft hatten, sich nicht in Mitleid und Ängsten zu verlieren, bildet einen starken Kontrast zu immer mehr Eltern, die sich bei ihren völlig gesunden Kindern in größte Sorgen wegen ihrer Schulleistungen, ihrer Selbstbehauptung und beruflichen Chancen hinein steigern.

Vielleicht kommt ein Kind mit dem "System Schule" nicht so zurecht, glänzt aber in anderen Lebensbereichen.

Immer fröhlich vermeiden, eines seiner Kinder in die Schublade "schwach" zu stecken.

Eure Uta


PS1: Liebe Oma, ich weiß, dass du Prinzessin in keiner Weise als "schwach" siehst. Die Vorstellung, das jüngste Enkelkind allein im Ausland zu sehen, ist wohl einfach ungewohnt. Ich kann es mir ja auch noch nicht so richtig vorstellen.

PS2: Das Pixi-Buch "Thomas Schneeanzug" geht ins Allgäu. Herzliche Glückwünsche, Martina! Bitte maile mir deine Adresse, dann kann ich es losschicken.

Ich hatte übrigens eine falsche Erinnerung an die Geschichte. Am Ende steckt nicht die Mutter, sondern die Lehrerin in Thomas Schneeanzug.

Illustration von Michael Martchenko für das Pixi-Buch "Thomas Schneeanzug" von Robert Munsch (Text).

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Glückliche Familie Nr. 258: Botschaften in der Klemme


Schon lange hatte ich die Idee, jeweils eine Klemme außen an den Türen der Kinderzimmer anzubringen. Jetzt habe ich in einem kleinen Laden für Künstlerbedarf Klemmen in allen Größen entdeckt und sie zu Hause mit Powerstrips an die Türen geklebt.

Treue Leser wissen, dass ich die schriftliche und bildliche Kommunikation mit Teenagern empfehle. Es belebt die Kreativität, bereichert das Miteinander und niemand kann mehr behaupten, nicht gewusst zu haben, wie sehr er geliebt oder dazu aufgerufen wurde, die Spülmaschine auszuräumen.

Klinkenschilder waren gestern. Jetzt bin ich mit folgenden Karten in unserem Haus unterwegs.


Zur Rückkehr von Prinzessin (13) von der Schulski-Reise:




Einmal pro Woche gilt:



Noch eine wichtige Pflicht:





Mein liebstes Schild:




Wenn das Gegenstück fehlt:





Vor Weihnachten bleibt viel zu tun:





Die Kommunikation geht natürlich auch anders herum. 








Gut auch für die Post-Verteilung. 




Ich hoffe, die Powerstrips halten. Das Rücklicht von Prinzessin geht auch wieder nach einem Gratis-Eingriff im Fahrradladen. Zusätzlich habe ich eine Batterie-Lampe hinten an den Fahrradkorb schrauben lassen.

Und nun noch zur Gewinnerin des Buches "Manchmal bin ich wütend".

Das Päckchen geht an


daswolkenschaf

Herzlichen Glückwunsch! Bitte schicke mir eine Mail mit deiner Adresse!


Immer fröhlich Botschaften an Teenager-Türen klemmen.

Eure Uta 

Montag, 11. August 2014

Glückliche Familie Nr. 235: Feinfühlig und prompt


Im Urlaub habe ich weiter in dem Wälzer über Bindungstheorie gelesen (Karin Grossmann/Klaus E. Grossmann: Bindungen - das Gefüge psychischer Sicherheit, Stuttgart 2012). Am Flughafen mussten wir das Buch aus meinem Koffer in einer anderen geben, weil wir sonst Übergepäck hätten zahlen müssen. Nur damit ihr eine Vorstellung davon habt, wie dick das Ding ist.

Wir waren auf Sardinien. Und wenn wir nicht am Strand waren oder geguckt haben, ob wieder Ameisen unser Brot aushöhlen, habe ich gelesen und gelesen. Jede Menge wichtige Stellen habe ich angestrichen, aber ich schreibe jetzt mal aus dem Kopf, was bei mir hängen geblieben ist.

Um bei kleinen Kindern (so etwa ein oder zwei Jahre alt) die Art der Bindung an ihre Mutter zu testen, wird eine sogenannte "fremde Situation" herbeigeführt: Mutter und Kind kommen in einen Raum. Dort findet sich eine für das Kind fremde Person und Spielzeug. Kind spielt, Mutter bleibt eine Weile da. Mutter verlässt den Raum, Kind ist irritiert, fremde Person tröstet, Mutter kommt wieder ...

Dem Verhalten des Kindes, wenn die Mutter wieder kommt, messen die Forscher eine große Bedeutung zu. Freut es sich über Mamas Rückkehr, lässt es sich kurz herzen und spielt dann weiter, machen die Wissenschaftler ein Kreuz bei "gesunde Bindung".

Als Anzeichen für eine nicht-sichere Bindung gilt: das Kleinkind lässt sich auch bei der Rückkehr der Mutter über längere Zeit kaum trösten und bleibt unruhig oder aber das Kleinkind gibt sich gleichgültig bei Trennung und Rückkehr, ist aber innerlich gestresst, weil es sein Bindungsverhalten unterdrückt.

Das letztgenannte Verhalten geht mir besonders ans Herz. Da haben schon Einjährige "gelernt", dass ihre Bezugspersonen es nicht so haben mit dem Trösten und Kuscheln und lernen eine sie selbst "belastende Selbstbeherrschung" (Grossmann/Grossmann, S. 168).  Einjährige!

Und wie vermeidet man einen solchen Stress für Kleinkinder?

Durch Feinfühligkeit.

Es zeigten diejenigen Kinder Bindungssicherheit und später auch Selbstsicherheit, wenn ihre Eltern von Anfang an feinfühlig auf ihre Bedürfnisse eingehen konnten, wenn sie erkannten, wann braucht mein Kind Trost und Nähe, wann braucht es Anregung und Spiel und wenn sie prompt auf die Signale eingingen.

Als ich in der sardischen Hitze über dem Buch brütete, fiel mir aber auch ein, wie ich den schreienden Kronprinz als Baby durch die Wohnung trug und ratlos war, wie ich dieses Bündel beruhigen sollte. Ich bin heute noch froh, dass keine Bindungsforscher auf dem Windeleimer hockten und ihre Kreuzchen machten: "Mutter erkennt nicht, wenn Kind sein Bindungssystem aktiviert." - "... ist hilflos bei Explorationsverhalten*."

Abends waren wir auf einem italienischem Landgasthof essen. Und besser als in jedem Bindungsbuch konnte ich dort studieren, wie es geht: Auf einer großen Terrasse in den Bergen hoch über dem Meer hatten sich mehrere junge Familien zum Essen getroffen. Sechs Kleinkinder zwischen einem und vier Jahren wuselten zwischen den Tischen. Während die Erwachsenen sich unterhielten, Spanferkel aßen und Wein tranken, hatte immer mal jemand ein Kind auf dem Schoß, wiegte und herzte es, um es dann wieder loslaufen zu lassen, zu dem kleinen Spielplatz einige Meter weiter oder zum Gucken, was die anderen Gäste so machen.
Mit Oliven in der Backe und sardischem Pecorino-Käse auf dem Teller konnte ich herrlich Bindungsforschung betreiben, konnte beobachten, wie sich die Kleinsten immer wieder der Nähe ihrer Eltern versichern, auf den Schoß klettern, kurz dort sitzen und schmusen, um - so gestärkt - wieder loszurennen, die streunende Katze zu streicheln, ältere Kinder zu beobachten, hinzufallen, sich trösten zu lassen und wieder weiter ...


Leider habe ich kein Bild von den wuselnden Kleinkindern, aber von der Terrasse und dem Blick. 

Diese Mamas und Papas hatten Spaß mit ihren Freunden und reagierten feinfühlig und prompt auf ihre Kinder. Das alles geschah sehr beiläufig ohne Kopfzerbrechen über die richtige Erziehung, ohne Fixiertsein auf das Kind. Diese Leute genossen sich, ihre Freunde, ihre Kinder, das Essen.

Bei allem, was ich über Bindung im Urlaub gelesen und gesehen habe, ist mir eins wichtig: Dass niemand mehr der Idee anhängt, es würde Kinder abhärten und stark machen, wenn man sie schreien lässt. Das Gegenteil ist der Fall.

In einem Interview auf FAZ.NET weist die Bildungsforscherin Fabienne Becker-Stoll darauf hin, dass sich die Abhärtungs-Theorie nach wie vor hartnäckig hält.

"Unser Verständnis von unserem Umgang mit Kindern ist nach wie vor von einem Buch aus dem Dritten Reich geprägt, "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" von der Lungenfachärztin  Dr. Johann Haarer. Darin steht, dass man neugeborene Babys in einem 16 Grad kalten Kinderzimmer zum Durchschlafen zwingen solle, nicht füttern, nicht trösten, nicht herzen - sondern stark machen und abhärten. Dieses Buch wurde in Westdeutschland mit leicht verändertem Titel bis 1987 von vielen Kommunen an Eltern verteilt und in vielen Fach- und Berufsschulen verwendet. Die letzte Auflage war 1996. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen." 

Das ist wirklich gruselig, oder?

Ich ziehe aus dem Gelesenem und Erlebtem folgende Konsequenz:

  • Wenn ein Baby schreit und man kann es nicht beruhigen, ist das nicht tragisch. Alle Eltern erleben mal diese Situation der Hilflosigkeit und Überforderung.
  • Aber das Schreienlassen auf keinen Fall zur Methode erheben.
  • Einfühlsam und prompt auf das Kleinkind reagieren, erkennen, wann es auf einen zustrebt (Bindung) und wann es wegstrebt (Exploration). 
  • Lieber auf einem italienischen Landgasthof schlemmen als sich durch Bindungsbücher zu arbeiten.

Immer fröhlich bleiben

Eure Uta

* Exploration = etwas erkunden


Ps: Sternie von "Sternglück hat dieses kleine Buch



gewonnen. Herzlichen Glückwünsch! Bitte maile mir deine Adresse, dann geht das Buch in die Post.